Rückblick auf JHV – Drei Rothenfelder für den TuS Hilter

Von Lukas Tappmeyer. Entgegen der üblichen Tradition fand die Jahreshauptversammlung des TuS Hilter am Donnerstag, den 14. März 2019 in diesem Jahr seit langer Zeit nicht im Gasthaus Krenzien statt. Zum Bedauern vieler Vereinsmitglieder wurde der Betrieb dort im vergangenen Jahr eingestellt. Erstmals wurde die jährliche Mitgliederzusammenkunft im Vereinsheim am Sportplatz an der Deldener Straße abgehalten. Pünktlich um 20.02 Uhr begrüßte der erste Vorsitzende Dietrich Rodefeld neben den rund 60 anwesenden Vereinsmitgliedern auch Björn Steffen als Vorsitzenden des Fördervereins. Es folgte das Gedenken an die im Jahr 2018 verstorbenen Mitglieder.

„Es ist viel los in unserem Verein!“, fasste Rodefeld direkt zu Beginn der Versammlung das vergangene Jahr zusammen. Die unterschiedlichen Abteilungen des Vereins erfreuten sich eines regen Zulaufs und waren in ihren Wettkämpfen alle durchaus erfolgreich. Lediglich die erste Badmintonmannschaft musste nach dem Abstieg aus der Niedersachsen-Bremen-Liga im letzten Jahr abgemeldet werden. Die Jugendarbeit in dieser Abteilung wachse Rodefeld zufolge jedoch. Gleiches gelte für die Fitness- und Turnabteilung, auch der Kampfsport befinde sich personell im Aufwind. Einen ganz frischen Erfolg könne die Tischtennisabteilung vermelden: Die zweite Herrenmannschaft stieg am vergangenen Wochenende in die zweite Bezirksklasse auf. Die jährlichen Rankenbach Open bezeichnete der erste Vorsitzende in seinem Rückblick als „Aushängeschild des Vereins“. Die Fußballer der ersten Herren hätten sich trotz der Derbyniederlage gegen den TuS Borgloh am vergangenen Sonntag in der Kreisliga etabliert und sind weiterhin entwicklungsfähig, ein akutes Nachwuchsproblem sei hierfür nicht abzusehen. Die Radsportler würden sich hingegen in der Winterpause befinden.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung widmete sich den Jubilaren. Seit sage und schreibe 60 Jahren sind Gerd Menzel und Hans-Heinrich Steffen im TuS Hilter! „Als die beiden ihre Eintrittserklärung unterzeichneten, war ich noch nicht einmal geboren“, scherzte Rodefeld. Da beide leider nicht anwesend sein konnten, würden die Präsente später überreicht. Für 50 Mitgliedsjahre geehrt wurden Uwe Niendieck und Jörg Wenner. Beide nahmen ihr Präsent persönlich entgegen. Auch Bernd Freytag gesellte sich zu den Jubilaren, er wurde für 40 Jahre im Verein ausgezeichnet. Heinrich Kallmeyer, Helmut Kallmeyer, Joachim Külke und Walter Pollmann waren in diesem Zusammenhang entschuldigt. Rodefeld selbst wurde ebenfalls für 25 Jahre im TuS Hilter geehrt, er erhielt die Ehrennadel von seinem Vertreter Ulrich Volkmann. Andrea Averdiek, Martin Behrenswerth, Carina Schowe, Elke Storck und Gabriele Ueberück fehlten.

v.l.n.r. Uwe Niendieck, Jörg Wenner, Bernd Freytag und Dietrich Rodefeld

Das Sportabzeichen genieße dem ersten Vorsitzenden zufolge seit Jahren „einen guten Ruf in Hilter.“ Man könne sich aber im Vergleich zu anderen Vereinen immer noch verbessern. Die meisten Abzeichen sammelte im vereinsinternen Vergleich die Turnabteilung unter der Leitung von Marion Tormöhlen mit 23 an der Zahl, es folgten die Fußball-F-Jugend von Lars Wortmann und die Fitnessgruppe von Christa Schnuck mit jeweils 14 Abzeichen.

Im weiteren Verlauf der Sitzung zeigte die Kassenwartin Petra Wellhöner anhand ihres Jahresabschlusses, dass der TuS Hilter eine sehr gesunde finanzielle Basis vorweisen könne. Trotz des kostenintensiven Großprojektes „Bolzplatz“, das alles in allem rund 48.000 Euro kostete, konnte der Verein alle seine Kosten decken und weitere Rücklagen für den Kunstrasenplatz bilden. Dies sei auf die finanzielle Unterstützung durch den dafür vorgesehenen Förderverein möglich gewesen. Eine Erhöhung der Mitgliedsbeiträge sei deshalb nicht nötig. Der Kassenprüfer Ralf Ahringhoff bescheinigte dem Vorstand im Allgemeinen und der Kassenwartin im Speziellen eine „perfekte Buchführung, so wie man es von Petra gewohnt ist.“ Der Vorstand wurde daraufhin einstimmig entlastet.

Der nächste Tagesordnungspunkt sah vor, über einige Satzungsänderungen abzustimmen. Geschäftsführer Bodo Ohmstede erklärte, dass beispielsweise die im Mai 2018 in Kraft getretene Datenschutzgrundverordnung Teil der Satzung werden solle. Weitere allgemeine Ergänzungen schlug er ebenfalls vor, alle wurden durch die Versammlung abgesegnet und werden zukünftig in die Satzung aufgenommen.

Einer der Kernpunkte der diesjährigen Jahreshauptversammlung war die Neubesetzung einiger Vorstandsposten. Wie im letzten Jahr angekündigt, verzichteten sowohl Rodefeld selbst als auch Kassenwartin Wellhöner darauf, sich erneut zur Wahl zu stellen. Beide übten ihr Ehrenamt schon einige Jahre aus und wünschten sich durch ihren Rückzug „frischen Wind und neue Ideen anderer Vereinsmitglieder, die nun Verantwortung übernehmen“. Beide konnten in der Vergangenheit zahlreiche Projekte wie zum Beispiel den Bau des Kunstrasenplatzes im Jahr 2013 begleiten und erfolgreich abschließen. Darüber hinaus fährt der Verein finanziell in sehr sicheren Gewässern. Rodefeld und Wellhöner bedankten sich beim restlichen Vorstand für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren, ein besonderes Lob sprachen sie den zahlreichen Übungsleiterinnen und Übungsleitern des Vereins aus. „Eine neue Ära“ könne nun eingeläutet werden. Die anwesenden Mitglieder honorierten das großartige Engagement der beiden mit Beifall, Geschäftsführer Ohmstede überreichte angemessene Präsente.

Stephan Wisch, Petra Wellhöner und Dietrich Rodefeld werden verabschiedet.

Ein alter Bekannter übernimmt das Ruder

Für das Amt des ersten Vorsitzenden stellte sich Detlef Wiesmeier in Abwesenheit zur Wahl. Er bot im Vorfeld an, in die Fußstapfen seines eigenen Nachfolgers Dietrich Rodefeld zu treten. Er hatte die Geschicke des Vereins schon vor 2012 gelenkt, wurde aus privaten Gründen aber damals von Rodefeld abgelöst. Der in der Versammlung allseits bekannte Rothenfelder Wiesmeier wurde auch gleich ohne Gegenkandidaten gewählt, Ohmstede verlas eine schriftliche Erklärung des neuen Vorsitzenden. Darin bedankte dieser sich für den entgegengebrachten Vertrauensvorschuss und stellte klar, dass seine Vorfreude auf das neue Amt groß sei. „Für unsere Zukunft, für unseren Nachwuchs“, dies sei seine Motivation.

Die Nachfolge für das Amt der Kassenwartin wurde ebenfalls bereits im Vorlauf der Jahreshauptversammlung in die Wege geleitet. Den aufmerksamen Blick über die Finanzen „könne man schließlich nicht dem Zufall überlassen“, so Petra Wellhöner. Vorstellig dafür wurde Anne Kampmann, eine Finanzbeamtin aus Bad Rothenfelde, die seit zwei Jahren im TuS Hilter sportlich aktiv ist. Im Falle einer Wahl könne man ja „eine Fahrgemeinschaft mit dem neuen ersten Vorsitzenden“ bilden. Die sympathische Art der 61-jährigen Kampmann kam direkt gut an – sie wurde ohne Gegenstimme gewählt. Zu diesem Zeitpunkt wusste sie noch nicht, dass auch der neue Fußballabteilungsleiter seine Wurzeln in der Salinenstadt hat, mittlerweile aber in Hilter wohnt. Dennis Frankenberg folgt bei den Rasensportlern auf Stephan Wisch, der seinen Nachfolger aber weiterhin tatkräftig unterstützen will. Er sei schließlich auch schon 46 Jahre Mitglied im TuS Hilter, „da kann ich einfach nicht mehr anders.“ Auch seine langjährige Vorstandsarbeit wird von der Versammlung ausgiebig gewürdigt. Die Wiederwahl der anderen Vorstandsmitglieder erfolgte einstimmig.

Der im letzten Jahr eingeleitete personelle Umbruch im Vereinsvorstand des TuS Hilter wurde auf der diesjährigen Versammlung – übrigens in einer Rekordzeit von nur knapp eineinhalb Stunden – vollzogen. Interessanterweise leben oder lebten alle drei neuen Vorstandsmitglieder im Luftkurort Bad Rothenfelde. Mal schauen, was der frische Wind im TuS Hilter bewirken kann.