Fußball

Never change a winning Verein

Diese Feststellung wird niemanden überraschen: Im Fußball wird Geld verdient. Sehr viel Geld sogar, deutlich mehr als in den meisten anderen Sportarten. Wobei der Begriff „verdienen“ eigentlich unzutreffend beschreibt, was tatsächlich passiert. Denn vom Business profitieren auch Funktionäre oder Berater, die selber in ihrem Leben noch nie gegen das runde Leder getreten haben. Der Großteil der Fußballerinnen und Fußballer im Amateurbereich bekommt für den eigenen Fleiß keinen Cent. Fairerweise muss man natürlich auch feststellen, dass wir hier von einem Hobby reden und niemand davon leben muss oder will. In Hilter ist das natürlich nicht anders. Und doch ist auch im Amateurfußball der ein oder andere Geldschein hilfreich, das steht fest. Wie es funktionieren kann, wenn davon nicht allzu viele zur Verfügung stehen, zeigt der TuS Hilter zur Zeit.

v.l.n.r. Stephan Wisch (Koordinator Senioren), Ralf Ahringhoff (Koordinator A- bis D-Junioren), Lars Wortmann (Koordinator E- bis G-Junioren) und Dennis Frankenberg (Abteilungsleiter)

Von Lukas Tappmeyer. Andere Vereine aus dem südlichen Osnabrücker Landkreis sind bemüht, ehemalige Fußball-Jugendspielerinnen und -spieler aus höherklassigen Vereinen in die Heimat zurückzuholen. Notfalls auch mit der ein oder anderen monetären Motivation. Im TuS Hilter ist das Bild ein anderes: Hier kommen die Ehemaligen seit einiger Zeit für lau zurück oder bleiben von vornherein einfach da. Die Gründe dafür sind vielfältig. Über 30 geschulte Trainerinnen und Trainer in 17 Mannschaften von den Minikickern bis zur ersten Herrenmannschaft sorgen mittlerweile dafür, dass das Training unter der Woche abwechslungsreich und nachhaltig gestaltet werden kann. Der Wunsch der Verantwortlichen, den TuS Hilter verjüngen zu wollen, greift mittlerweile. Das war nicht immer so. Wo heute einer der modernsten Kunstrasenplätze der Region liegt, war noch vor wenigen Jahren ein maroder Ascheplatz zu finden. Die gute alte Schlacke sorgte dafür, dass die Zuschauer – wenn denn welche gekommen waren – an den Wochenenden regelmäßig mehr blutige Knie als Doppelpässe bestaunen konnten. Der Grad der sportlichen Attraktion ging gegen Null, die Möglichkeiten waren schlichtweg sehr begrenzt. Bis man es schaffte, die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das großartige Engagement einiger Weniger verleitete die Vereinsfamilie dazu, in der Gemeinschaft das Mammutprojekt „Kunstrasen“ zu stemmen. Die Fertigstellung der Anlage ist jetzt gute fünf Jahre her.

Wenn die Grundvoraussetzungen nun stimmen und man sowohl qualifiziertes Training als auch eine gute Sportanlage mit ausreichendem Trainingsmaterial bieten kann, ist das in der Regel aber nur die halbe Miete. Jeder, der schon einmal Mannschaftssport betrieben hat, weiß um die Wichtigkeit des Zwischenmenschlichen. Und auch hier sind die Fußballerinnen und Fußballer in letzter Zeit immer enger zusammengerückt. Gemeinsame Fitnesseinheiten in der Vorbereitung und geschlossene Mannschaftsabende nach gewonnenen Spielen im Saisonendspurt sprechen Bände. Sogar die Vernetzung mit den Jugendmannschaften funktioniert immer besser. Im TuS Hilter findet man derzeit nicht nur junge und sehr talentierte Sportlerinnen und Sportler, die Fußballabteilung harmoniert auch auf menschlicher Ebene durchaus vorzeigbar.

Gründe gibt es genug, sich an dieser Stelle nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen, sondern weiterzuarbeiten. Wir stehen gerade erst am Anfang. Zu hoffen bleibt, dass diese Entwicklung weitergeht und der Schwung der letzten Zeit weiterhin in Ergebnisse und somit auch Punkte umgemünzt werden kann. Fußball ist in letzter Konsequenz nun einmal ein Ergebnissport. Das wissen auch diejenigen, die viel Geld damit „verdienen.“